Stolz

Heute möchte ich mich gerne „outen“. Ich gehöre einer Gruppe Menschen an, welche von der Gesellschaft oftmals als „Säufer“ oder „Möchtegerns“ abgestempelt wird.

Ich bin Feuerwehrmann, kein Held.
Ich bin nicht derjenige, der nur mit einem nassen Tuch vorm Mund in ein brennendes Haus rennt, und mit einer jungen Frau auf der Schulter wieder herauskommt.
Ich bin nicht derjenige, der mit verkohlter Uniform aus dem Haus kommt, sich die Maske runterreißt und von allen gefeiert wird.

Ich bin Feuerwehrmann, ein Held.
Ich bin derjenige, der mitten in der Nacht aufsteht, und zur Wache radelt, weil irgendwo jemand versehentlich einen Rauchmelder ausgelöst hat.
Ich bin derjenige, der bei Einsätzen mit gefährdeten Menschenleben draußen, vor dem Haus bleibt.
Ich baue Wasserversorgungen auf. Ich stelle Leitern und Lichtmäste auf. Ich bringe den Leuten, die später – schwer atmend, mit verkohlter Uniform – aus dem Gebäude kommen, eine Axt oder eine Trage zur Tür. Ich lösche das Haus von außen.

Nach einem Einsatz radle ich nach Hause, zu meinen Eltern. Dann trinke ich ein Glas Wasser und gehe duschen. Und wenn ich aufgrund meiner Arbeit bei der Feuerwehr am nächsten Morgen völlig verschlafen zum Unterricht komme, dann sagt man mir nach, ich hätte einen über meinen Durst getrunken und sei zu spät ins Bett gegangen.

Wenn ich jemanden kennen lerne, und ihm erzähle, ich sei in der Feuerwehr, so sagt man mir direkt nach, ich wäre in den größten Trinker-Verein Deutschlands eingetreten. Kaum einer denkt als erstes an harte Arbeit, Kameradschaft und das Gefühl Menschen geholfen zu haben.

 

    Wer Mitglied ist, kann verdammt stolz auf sich sein, egal was er macht.
        Bei uns zählt jede helfende Hand.

Spaziergang

Wann seid ihr zuletzt bewusst durch die Straßen gelaufen? Und – verstehen sie mich nicht falsch – damit meine ich nicht zu wissen das man auf einer Straße läuft.

Wenn man aufmerksam durch die Straßen geht, dann sieht man die interessantesten Dinge.
Viele von ihnen sind schön, andere hässlich.
Manche sehen nur auf den ersten Blick hässlich aus, sind aber auf den zweiten Blick wirklich schön.

Ich finde es am interessantesten, die Kinder zu beobachten.
– Wie sie spielen.

Da sind kleine Kinder, die sich hinterherrennen und Ticken spielen.
Da sind etwas ältere Kinder, die unsicher Fahrrad fahren.
Noch ältere fahren schon mit Inlinern oder Skateboards.
Und dann sind da die Jugendlichen, die am Telefonieren sind. – Echte Manager?
Andere sitzen gleich im Bus – mit Handy natürlich!

Die Jugend wird blind gegen die Realität! Gegen das Schöne und das Hässliche!

Kein 3D HD – Fernseher kann mit der Realität mithalten. Wie denn auch? Das, was wir dort zu sehen bekommen, ist doch bereits Vergangenheit!

Die Jugend versinkt im Medienjungle Technik!

Wie viele finden alle zwei Wochen ihre „große Liebe“  – über Facebook?
Wie viele Jugendliche spielen mit ihren Freunden – übers Internet?
Wie viele haben einen Fernseher – im Kinderzimmer?

Die Jugend versinkt im Medienjungle Technik.

Wäre es da nicht einmal schön, einen Urlaub zu machen?
Urlaub vor der Haustür. Für Unterhaltung ist bereits gesorgt. Straßenmusiker gibt es in fast jeder Stadt. Und wenn man nur einmal auf die vielen Bunten Farben der Geschäfte achtet, und die vielen verschiedenen Menschen – natürlich.

Das Leben ist ein Kunstwerk! Warum sollte man es sich nicht einmal genauer angucken?

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Bang Bang – Die Jagd nach den Stars

Bang bang, you shot me down; bang bang you hang around; bang bang, that awful sound; bang bang, my babe shot me down. […]

Na? Wer hat es erkannt? Mit Sicherheit nur die wenigsten meiner Generation. Und dabei war es doch mal so ein berühmter Satz. – Vor meiner Zeit, versteht sich. – Als die Welt noch Schwarz-Weiß war, und man sich mit seinen Freunden die neuste LP angehöhrt hat.

Eigentlich Schade.
Für diejenigen, die es nicht erkannt haben: Ich spreche von Musik. Und damit meine ich nicht diese Musik, die man mit dem Computer macht, und bei der die Instrumente alle simuliert sind, bei der maximal das Keyboard echt ist. Ich rede von der Art Musik, bei der es schon was Besonderes war, wenn eine elektrische Gitarre zum Einsatz kam. Das obige Lied ist übrigens von Cher und wurde noch im selben Jahr von Nancy Sinatra, einer Frau, von der man früher gesagt hat, sie sei eine der größten Stimmen der Welt, gecovert. Heute sucht man in aufwendigen Casting-shows nach den größten Stimmen Deutschlands. Hat man sie gefunden, dann wird sie kurz scharmlos ausgebeutet und in einem Jahr kann sich kaum einer mehr dran erinnern, denn man ist bereits auf drei verschiedenen Wegen auf der Suche nach dem nächsten „Stimmwunder“.

– An dieser Stelle gehen sie bitte einmal kurz in sich. Und überlegen sie, wer eigentlich der erste „Superstar“ war, den Dieter Bohlen für uns gesucht hat. –
Sie wissen es nicht mehr? Ich ehrlich gesagt auch nicht. Aber wenn ich Wikipedia trauen darf, so war es ein junger Herr mit Namen Alexander Klaws. Auch er war mal ein Stimmwunder. Vielleicht ist er sogar immer noch ein Stimmwunder, in der örtlichen Kneipe? Hatte er jemals eine Chance? Wahrscheinlich nicht. Aber was wäre wohl aus ihm geworden, wenn er 40 Jahre früher gelebt hätte? Vielleicht hätte er damals mit den Doors mithalten können.

Vielleicht ist ein interessantes Wort. Es besteht aus den Worten viel und leicht. Trotzdem haben die Superstars von heute nicht viele Chancen. Und trotzdem ist es nicht leicht ein Star zu sein. – oder einer zu werden –

Wer bin ich?

Ich sitze grade im Wohnzimmer auf einem roten Sofa. Es ist ein Designerstück glaube ich, man kann die Rückenlehnen verschieben, um die Sitzfläche zu vergrößern oder zu verkleinern. Zwei Stück stehen hier im rechten Winkel zueinander. Ich glaube, das sind die einzigen Designermöbel in unserem Haus – wenn man die selbstgemachte Garderobe meines Vaters nicht mitzählt – sonst ist alles IKEA.

Ich sitze also grade auf diesem Sofa. Ich trage schwarze Turnschuhe, an deren Seiten ein grünes NIKE-Logo eingearbeitet ist. Sie sind das teuerste an meinen Klamotten. Der Rest ist C&A oder H&M oder wie sie alle heißen.
Ich sitze auf diesem roten Sofa. Ich halte in meiner Hand ein Zigarillo, welches ich mir vor fünf Minuten angezündet habe. Auf dem weißen Tisch mit der Glasplatte liegt eine kleine Rote Schachtel. 17 Stück 1,90€ steht auf dem Steuersiegel. Für die teuren hatte ich grade kein Geld übrig. Daneben liegt ein kleines Sturmfeuerzeug. An der Seite steht in verschnörkelter Schrift „Sky„. Es sieht teuer aus, aber ich weiß nicht wie teuer es wirklich war, denn es war ein Geburtstagsgeschenk.
Auf dem Tisch – der vor dem roten Sofa steht, auf dem ich sitze – steht außerdem noch eine Tasse. In der Tasse ist ein Chai Latte, dessen Duft sich mit dem meines Zigarillos vermischt. Daneben ein Aschenbecher. Er ist quadratisch, schwarz von innen Silber mit vier kleinen Einfräsungen für Zigaretten.
Ich sitze auf dem Sofa roter Farbe. Für viele bin ich der Schwede, für andere Grisu, für eine bin ich Schatz, eine nennt mich Oleweil sie mit diesen neumodischen Namen nicht zurechtkommt – aber für die meisten bin ich einfach nur Kjell.

Mein Zigarillo ist aufgeraucht. Ich drücke es aus. Heute habe ich verschlafen, bin zu spät zur Schule gekommen. Das passiert mir in letzter Zeit öfter, weiß nicht warum… Mein Politiklehrer war nicht sehr begeistert davon, aber er war auch nicht sauer. Im Moment überlege ich, wie ich mich wohl beschreiben könnte.

Ich bin relativ groß – 1,88m – habe kurze braune Haare, blau-graue Augen. Ich trage einen Pulli von C&A und eine Jeans von Bon Prix. Ich sitze auf einem Sofa, welches mit rotem Leder bezogen ist. Auf dem Sofa liegen zwei weiße Kissen. Ich habe meinen Laptop auf den Beinen und schreibe. Meine Mutter kommt herein: „Ich koche jetzt essen, kannst du während dessen ein bisschen aufräumen?

Mist, schonwieder nicht dazu gekommen, den Artikel zu Ende zu schreiben.

Blind vor Opposition

Ich habe mich wirklich erschrocken. Verzeihen sie mir meine Ausdrucksweise, sollte sie mir im nachfolgenden Artikel etwas entgleiten. Noch immer bin ich angesäuert aufgrund eines Artikels hier auf WordPress, denn dieser Artikel ist wirklich die Krönung! Leider weiß ich nicht mehr, wo ich diesen Artikel finden kann, wäre aber sehr dankbar, falls jemand diesen angeblich wissenschaftlichen Bericht wiederfindet, und in den Kommentaren verlinkt.

Da will man ein wenig Zeit totschlagen und liest sich ein wenig im WordPress-Universum herum, als man plötzlich auf einen riesen Artikel stößt. Bereits im Titel heißt es Deutschland sei auf dem direkten Weg in eine systematische Diktatur. Aber damit nicht genug. Der Verfasser stellt das ganze so dar, als ob Christian Wulff, der ja als Bundespräsident praktisch keine Macht hat, unser Diktator wäre. In dem Artikel wird lang und ausführlich darüber berichtet, dass durch Christian Wulff unsere Pressefreiheit nicht mehr existent ist und dass es endlich mal an der Zeit war, das der Springer-Verlag sich dagegen wehrt.

Liebe Leser und Leserinnen,

ich hoffe doch sehr, dass ich mit diesem Blog wenigstens ein paar Menschen mit Verstand erreiche. Ich weiß nicht, wie viel Leser der besagte Blog hat. Aufgrund der Menge an bejubelnden Kommentaren vermute ich aber, dass es sich um einige handelt, die diesen Blog Lesen – völlig ohne Ahnung von der deutschen Geschichte – und alles glauben was dort geschrieben steht. Anschließend dichten sich die Leute noch etwas mehr Schwachsinn dazu, und posten diesen dann ebenfalls unter diesen Artikel.

Was mich an der ganzen Geschichte am meisten stört ist, dass alles bei diesem Blog völlig ohne wirklichen Bezug zur Realität ist. Oder ist irgendjemand der Meinung, Christian Wulff sei unser nächster Diktator? 😉

Ich würde mich sehr über ein paar Kommentare freuen.

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